Miteinander reden!

Nach einer Untersuchung sprechen deutsche Ehepaare täglich im Durchschnitt nur noch acht Minuten miteinander: Liebe, Ehe, Alltag - alles in acht Minuten!

Diese "Sprachlosigkeit" der Partner setzt sich fort bis hin zu den Kindern der Familie. Dabei soll das Baby möglichst wenig stören, dem Kleinkind wird keine Gute-Nacht-Geschichte erzählt, dem Kindergarten-Kind wird nicht mehr vorgelesen und der ABC-Schütze hat keine Ahnung, wie seine Eltern ihre Schulzeit erlebten. Fragen sind unerwünscht und gesprochen wird auch mit ihnen nur das Nötigste.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten stellen wir bei unserer Arbeit mit Kindern mit Schulproblemen fest, daß bei sehr vielen Schülern Defizite im sprachlichen Bereich auffallend häufig mit der "Sprachlosigkeit" in der Familie korrelieren (nur der Vollständigkeit halber: Legasthenie hat andere Ursachen)! Diese Schüler zeigen teilweise in mathematischen, technischen und naturwissenschaftlichen Fächern gute bis hervorragende Leistungen. Sind aber sprachliche Fertigkeiten gefordert, scheitern sie z.B. am geringen Umfang ihres aktiven Wortschatzes oder an der Einfallslosigkeit ihrer Ausdrucksweise.

Mit unseren Ausführungen wollen wir zum Nachdenken anregen: Wie halten wir es in unserer Partnerschaft, in unserer Familie mit dem Gespräch untereinander? Geben wir unseren Kindern das mit, was die größte Wirkung bei kleinstem Aufwand verspricht: Die ganze Schönheit der Muttersprache?!

Schweigen lernen kann jeder Mensch alleine, die Sprache kommt von der Mutter, wir sprechen nicht umsonst von der “Muttersprache”! Die erschließt sich dem Kind durch das zärtliche Flüstern der Mutter mit ihrem Baby, durch die Gute-Nacht-Geschichten, durch die Märchen, die erzählt oder vorgelesen werden oder durch die Anworten auf die unzähligen Fragen “Mami, sag mal...”

Wir beschränken uns also bei der “sprachlosen Familie” (vorläufig) auf die Aspekte, die für die Entwicklung unserer Kinder von Belang sind. Für unsere Kleinen im Vorschulalter ist die ständige Kommunikation (mindestens) mit der Mutter von essentieller Bedeutung. Allgemeine Tipps für dieses Alter finden Sie bei www.trotzalter.de. Über die Konsequenzen, die die “Sprachlosigkeit” für Schüler hat, können Sie sich unter www.schulprobleme.info informieren.


Wenn Sie sich jetzt fragen, sprechen wir genug miteinander, oder gehören wir auch schon zu den “Sprachlosen”, dann sollten Sie unseren Gesprächs-Check lesen.

Wenn Sie mit Betroffenen diskutieren wollen, empfehlen wir unser Forum und wenn Sie wissen möchten, wie sich die “Sprachlosigkeit” auf Schüler auswirkt, dann lesen Sie bei den Fallbeispielen nach.